Sportvereine als Bildungsakteure im Rhein-Erft-Kreis

Bereits 2016 haben der KreisSportBund und der Rhein-Erft-Kreis folgende Erklärung unterzeichnet:

Sportvereine als Bildungsakteure im Rhein-Erft-Kreis

Ziel dieser Erklärung:

Mit dieser Erklärung erkennt der Rhein-Erft-Kreis die Bildungspotenziale des Sports an und möchte für dessen gemeinwohlorientierte Bedeutung sensibilisieren.

Sachstand:

Das Bildungssystem befindet sich in einem grundlegenden Strukturwandel. Dabei geht es sowohl um die lebenszeitliche Ausweitung des öffentlichen Bildungsauftrags von der frühen Kindheit bis ins hohe Erwachsenenalter („Lebenslanges Lernen“), als auch um die zunehmend notwendige Verzahnung bislang häufig getrennt arbeitender Bildungsinstitutionen wie Kindertagesstätten/Einrichtungen der Kindertagespflege, Schulen, Hochschulen, Einrichtungen der Jugendhilfe und der Erwachsenenbildung („Bildungsnetzwerk“).

Auch der gemeinwohlorientierte Sport gehört mit seiner sport- und sozialpolitischen Arbeit zu den großen Bildungsanbietern in unserer modernen Gesellschaft. Der Kreissportbund (KSB) Rhein-Erft e.V. mit den ihm angeschlossenen Stadtsportverbänden ist als überfachlicher Dachverband im Sport ein wichtiger zivilgesellschaftlicher Bildungsakteur im Rhein-Erft-Kreis. Seine Jugendorganisation, die Sportjugend Rhein-Erft, besitzt die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz des Landes Nordrhein-Westfalen. Diese Anerkennung gilt auch für die Kinder- und Jugendabteilungen der im KSB zusammengeschlossenen Stadtsportverbände und Sportvereine, sofern sie sich eine Jugendordnung nach den Vorgaben des Kinder- und Jugendhilfegesetzes gegeben haben.

Allein im Rhein-Erft-Kreis gibt es rd. 400 im KSB organisierte Sportvereine mit über 100.000 Mitgliedern. Täglich findet in den Sportvereinen Bildungsarbeit statt und jedes Alter profitiert davon, egal ob im Training oder im Wettkampf, bei Qualifizierungsmaßnahmen für Vorstände, Trainer, Übungsleiter und Helfer, oder bei außersportlichen Angeboten. Außerdem spielen auch das Zusammenleben im Sportverein und die Wertevermittlung, also das „Zusammenleben im Sportverein“, eine wichtige Rolle.

Der organisierte Sport versteht Bildung als lebenslangen Prozess und richtet seine Bildungsangebote entsprechend aus: vom Schwimmen lernen für Kinder bis zur Seniorengymnastik mit Aspekten gesunder Ernährung. Vieles kann man beim Sport lernen: Spaß und Freude an der Bewegung, für Ziele zu kämpfen, Fairplay zu praktizieren, mit Konkurrenz umzugehen, Leistungsdruck standzuhalten, Rücksicht auf andere zu nehmen, Regeln zu beachten oder Verantwortung im (ehrenamtlichen) Sportmanagement zu übernehmen.

Neben der Bereitstellung qualifizierter Bildungsangebote für ihre Mitglieder engagieren sich immer mehr Sportvereine auch in externen Bildungspartnerschaften und      -netzwerken. Herausragende Beispiele sind die Kooperationen von Sportvereinen mit Kindertagesstätten und Schulen, insbesondere mit offenen Ganztagsgrundschulen, sowie das Engagement von KSB und Stadtsportverbänden in kommunalpolitischen Gremien.

Perspektiven:

  1. Bewegung, Spiel und Sport besitzen ein großes Bildungspotenzial, das sich von der frühkindlichen Bewegungserziehung bis hin zu Bewegungsangeboten für Hochbetagte entfaltet. Diese Angebote sind unverzichtbare Bestandteile ganzheitlicher Erziehungs- und Bildungsprozesse, insbesondere im Kindes- und Jugendalter.

Wir setzen uns dafür ein, dass alle Bürgerinnen und Bürger und insbesondere die Bildungsverantwortlichen im Rhein-Erft-Kreis das Bildungspotenzial von Bewegung, Spiel und Sport erkennen und für ihre individuelle Lebensgestaltung sowie für die Entwicklung einer bewegungs- und sportfreundlichen Gesellschaft nutzen.

  1. Die gemeinwohlorientierten Sportorganisationen im Rhein-Erft-Kreis übernehmen Verantwortung in zahlreichen gesellschaftspolitisch bedeutsamen Bildungsbereichen. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Verwirklichung der Aufgabenfelder „Integration“ und „Inklusion“.

Der Rhein-Erft-Kreis arbeitet mit dem KSB bei Maßnahmen zur Integration und Inklusion sowie zur Gesundheitsförderung zusammen, soweit diese in Abstimmung mit zivilgesellschaftlichen Akteuren geplant oder durchgeführt werden.

  1. Der KSB Rhein-Erft e.V. mit seiner Sportjugend sowie seinen Stadtsportverbänden und Sportvereinen ist ein wichtiger zivilgesellschaftlicher Bildungsakteur im Rhein-Erft-Kreis.

Der Rhein-Erft-Kreis erkennt die Bildungsarbeit des organisierten Sports an und fördert dessen nachhaltige Entwicklung weiterhin im ihm möglichen Rahmen. Der KSB Rhein-Erft ist und bleibt dabei der Ansprechpartner des Kreises auf lokaler Ebene.